Olaf Dieme Naturfotografie

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Hier folgen nun einige Ideen, die mir gute Dienste leisten:

 

Hier sieht man meine Balkonsternwarte. Ein auf einem Fotostativ befestigter Regenschirm (Familiengröße !!) dient bei der Sonnenbeobachtung als Schattenspender für Kopf, Okulare und Kamera/Display. Aber auch nachts hat der Schirm schon tolle Dienste geleistet: alles was unter dem Schirm ist kühlt viel weniger aus, Kamera, Bino und Okulare blieben trocken, während das Auto beim beobachten auf dem freien Feld daneben genau so wie auch die Taukappe nass wurden. Auch der Kopf, falls ohne Mütze, wurde nicht so stark abgekühlt, das spürt man.

  

 

 

 Meine neue "Balkonsternwarte" , welche wohl auch bald für Exkursionen eingesetzt wird, ist hier zu sehen. Es handelt sich um einen Anglerschirm mit extra Seitenteil (per Reißverschluss befestigt). Auf dem Balkon mit Sonnenschirmständer, im Feld kommt ein sog. Erdnagel (gibt es zum Schirm als Zubehör) als Bodenbefestigung dazu.

 

 

So ein Baumarktkoffer kann für Zubehör schon ganz schön praktisch sein. Gerade die Kleinteile können sehr gut sortiert werden, oben die Filter, Glaswegkorrektoren, Adapter...  darunter die Fotoausrüstung, Bino, Prismen, noch mehr Adapter usw. Darunter die Okulare in einem praktischen Drehteller in Schaumstoff gepolstert. Das gelbe Zwischenteil mit Batterien, Lampen und Werkzeug wird in den unteren Teil eingesetzt. Die leichte Super-Polaris Montierung passte auch noch unten rein, die neue viel schwerere GP-D2 ist nun extra verpackt. Nun ist das Leitrohr oder Bücher oder Sternkarten dort zu Hause.

 

 Hier ist mein selbstgebautes Sonnenprisma zu sehen. Es funktioniert wie ein Herschelkeil, nur das hier ein rechtwinkliges Prisma (beugungsbegrenzt geprüft) verwendet wurde. Dieses muß natürlich für die Sonnenbeobachtung "falsch herum" eingebaut werden, an der Hypothenusenseite werden nur etwa 4,6% des Lichtes weitergeleitet. Danach unbedingt visuell noch mit einem 1000fach Graufilter weiter filtern, ich benutze den B&W 110. Für die Feinabstimmung dann bei Bedarf den Graufilter 8fach B&W 103. Zur Sicherheit ist der Beloptik UV-IR KG3 Cut Filter  im Einsatz.

Das Gehäuse ist ein 2-Zoll Meade Zenitspiegel , dieser Spiegel wurde mit seiner Halterung natürlich entfernt. Da das Prisma mit 31mm Breite etwas klein war, habe ich ein Alublech untergelegt. Wichtig ist natürlich, die optische Achse einzuhalten, da wo vorher die Spiegeloberfläche war muß jetzt die Prismenoberfläche sein (ich liege durch das Alublech knapp 1mm daneben, das funktioniert noch hervorragend in der Praxis). Aber Vorsicht: hier ist kein Lichtfalle für das hinten austretende heiße und helle Lichtbündel angebaut (kommt noch), somit nicht geeignet für Beobachtungen mit Kindern und unerfahrenen Sonnenbeobachtern. Für solche Beobachtungen kommt dann der Objektivfilter mit Sonnenfolie zum Einsatz (siehe Bild oben).

 

 

 

Zwei Möglichkeiten der Befestigung eines        Leitfernrohres/Nachführfernrohres:

Beide Fernrohre werden mit Hilfe einer Zubehörplatte auf einer Seite der Montierung befestigt, der Vorteil besteht darin, das das Nachführfernrohr ohne am Stativ anzuschlagen gedreht werden kann, Nachteil: die Belastung fernrohrseitig steigt durch Gewichtzunahme, es wird mehr Gegengewicht benötigt (hier 3,7kg+1,9kg ganz nach außen) .

Im zweiten Beispiel wird das Leitfernrohr an der Gegengewichtsachse befestigt (diese muss sich natürlich mit drehen...), eine bessere Gewichtverteilung, weniger Hebelkräfte und geringere Belastung der Montierung mit weniger Gegengewicht ist die Folge (hier 3,7kg nicht ganz außen), insgesamt schwingungsärmer als Variante eins. Nachteil ist, der hintere Teil des Leitfernrohres kann in einigen Positionen mit dem Fadenkreuzokular bzw. dem Nachführchip gerade bei Zenit naher Fotografie am Stativbein anschlagen.

 

 

 

 

 

 

 Vergrößerungsfaktor der Glaswegkorrektoren von Baader bei meinem Großfeldbino (mit 90° Prisma und Amiciprisma)

Nach einiger Internetrecherche zu den GWK hinsichtlich des Vergrößerungsfaktors (es sind ja "Barlowlinsen", hier ändert sich der Vergrößerungsmaßstab, je nachdem, in welchem Abstand zum Okular diese eingebaut werden), wurde ich bei Cloudynights fündig: die Vergrößerungen sind teilweise zu klein ! Da hilft dann nur noch: selber messen...

Ich ermittele den Vergrößerungsunterschied mit/ohne GWK durch messen von zwei Details mit Hilfe eines Meßokulares von Eschenbach mit geätzter 1/10mm Einteilung. Als Referenz wird das Meßokular einfach in den Okularauszug gesteckt und der Abstand zweier Details bei Normbrennweite gemessen. Dann wird das Bino, das Amiciprisma und der GWK, so wie er später benutzt wird, in den Okularauszug gesteckt.  Richtig ist, das Bild erst mit dem Astrookular scharf zu stellen, festklemmen, und das Meßokular dann in die Schärfeebene zu bringen (siehe Bild, die Meßskala liegt genau auf Höhe der Okularhülse).
Diese Meßmethode funktioniert so übrigens nur in Teleskopen mit fester Brennweite (nicht in SC und Maksutov mit Hauptspiegelfokussierung, hier kommt die veränderliche Brennweite bei Spiegelabstandsänderung in die Quere...).

Hier die Ergebnisse:
GWK 1,7x vor dem Baader Amiciprisma eingebaut+Großfeldbino= 1,7x
GWK 1,7x vor Baader 90°Prisma eingebaut+Großfeldbino= 1,65x
GWK 1,7x vor dem Bino eingebaut =1,5x (Prisma egal in diesem Fall)

2,6x GWK vor Bino = 2,8x
(vor Prisma nicht getestet)

GWK 1,25x vor Bino eingebaut = 1,2x
GWK 1,25x vor Baader Amici Prisma = 1,3x
vor dem 90° Prisma nicht gemessen, etwas weniger als 1,3x würde sich aber ergeben, siehe Ergebnis bei 1,7x GWK.

Mein Fazit: die GWK 1,25x und 1,7x haben ihre angegebenen Vergrößerungen vor den Prismen. Direkt vor den Binos ist es dann etwas weniger. Vor den Prismen eingebaut ergibt sich übrigens ein großer Gewinn an Backfocus, Baader gibt/gab ja bei der Astro T2 Übersicht z. B. einen Fokusgewinn von 65mm für den 1,7x Korrektor an, die Baader Übersicht zu den Binos ergibt aber eher etwas in den 30ger mm für diesen Korrektor (schwächerer Vergrößerungsfaktor=weniger Backfocus), wenn eben vor dem Bino eingebaut.